Mittwoch, 22. Februar 2017

Album der Woche#282: Blondie - Parallel Lines (1978)

Yes, yes, yes. Der 70er-Jahre-Monat ist zu Ende und er wird fabulös abgeschlossen. Fuck yeah.

Ich habe mich für dieses Album entschieden, weil wie so oft in meinem Kopf ein Spagat-Album ist. Ein Spagat zwischen sanftklingenden Pop und New Wave. Denn scheißegal wie Debbie Harry versucht hat sich als Teil der Punkszene darzustellen; sowohl ihr Gesang, als auch ihre Modelaufträge wirkten dem entgegen. Blondie waren New Wave und das ist auch gut so. Wobei natürlich ein gewisser Punk-Einfluss zu hören ist. Meiner Meinung nach trifft "Powerpop" sehr gut zu.

Aber anyways, Schluß mit diesen Genrezuschreibungen. Ich packe Blondie in diese Rubrik weil sie es geschafft haben sowohl wunderschön, seicht und melodisch jedoch gleichzeitig sarkastisch und frech
zu klingen. Meiner Meinung nach hört man das sehr gut in "Heart of Glass" als vom "pain in the ass" die Rede ist. "One Way Or Another" ist auch so n Kandidat dafür. Oder "Fade Away And Radiate" was so süß und dennoch so traurig/böse klingt.

Eine wunderbare Mischung aus verschiedenen Genres: Pop, Punk, Disco und ja irgendwo sind auch traditionelle Pub-Rock-Klänge zu hören. Kaum eine Band hats damals geschafft sowohl so badass als auch so zuckersüß zu klingen. Und das obwohl Debbie Harry teilweise echt supergelangweilt klingt. Ich schätze dieses Album sehr, weil es aus einer Zeit kommt in welcher keine Band gleich klang. Neue Sounds wurden ausprobiert, beinahe jeder hatte einen eigenen Stil. Außerdem gefällts mir weils kein typisches Punk-Album aus der Zeit ist. Ich hätte natürlich auch The Clash nehmen können (oder so) oder irgendeine Prog-Rock Band, aber entschied mich für Blondie weil sie in den acht Jahren auf diesem Blog immer noch keine Erwähnung fanden. Das ist sowas von falsch.

Eigentlich würde ich empfehlen mehrmals das ganze Album durchzuhören, aber hier sind die Anspielipps: 11:59, Heart of Glass, Hanging on the Telephone, One Way Or Another, Picture This, I Know But I Don't Know

9/10 Pfandflaschen

One Way Or Another:

Dienstag, 21. Februar 2017

Comic Book Review#280: Colossus: God's Country (1993)

Ich habe dieses Trade in der "Nice Price"-Abteilung des hiesigen Comic-Händlers gefunden. Colossus mag ich zwar, nicht nur wegen seiner Herkunft und seiner Art, nicht erst seit dem Deadpool-Film jedoch ist er einer der Charaktere die in meiner Sammlung unter nicht-anwesenheit gelitten haben. Wie die meisten x-men-solo-serien.

Colossus, das ist Peter, ein russischstämmiger X-Man, der seine Haut wortwörtlich metallen und kugelsicher machen kann. Außerdem verfügt er, wie beinahe alle Mutanten über übermenschliche
Kraft. Er hat beschlossen Auszeit von den X-Men zu nehmen und macht nun einen kleinen Urlaub in der Mitte der USA. Es ist die Zeit nach dem Fall des Eisernen Vorhangs - ergo ist überall, auch auf Zeitschriftenständen Propaganda gegen Russen zu sehen. Die Stimmung gegen Mutanten ist sowieso nicht die allerbeste. Als er so herumirrt und sich irgendwo im nirgendwo befindet wird Colossus Zeuge wie irgendwelche finstere Typen einen kleinen Jungen bedrängen der mit seiner Familie am piknicken ist. Colossus stellt sich dazwischen, es stellt sich heraus dass die böhsen Typen die "Cold Warriors" sind und scheinbar sogar die örtliche Polizei mit ihnen unter einer Decke steckt. Man kann niemanden trauen - trotzdem muss der Vater der Familie, der ein waffenliebender, commiehassender Redneck ist seine Vorurteile ablegen und das Leben seiner liebsten Colossus anvertrauen.

Ein wunderschönes amerikanisches Märchen über Vorurteile, Vertrauen und das Aufeinanderzugehen der verschiedenen Völker. Zwischendurch ging mir der Vater der Familie so derbe auf die Nüsse dass ich mir beinahe den Schädel mit dem Buch eingeschlagen hab. Es ist aber nicht allzu primitiv - man hat hier nicht die ganze Zeit diesen dummen Redneck der Waffen schwingt und "muh murica!!" rumschreit....okay, doch er ist ziemlich omnipräsent, jedoch kriegt er Kontra von seinem Schwiegervater, mit welchem er zu Anfang des Buches politische Diskussionen führt. Das schlimmste an der Story ist eindeutig der kleine Junge der Insekten zertritt. Drecksblag. Ja, es ist leicht propagandistisch und verschwörerisch angehaucht, aber in alles in allem doch ziemlich genießbar.

7,5/10 Pfandflaschen
Made by: Ann Nocenti, Rick Leonardi

Freitag, 17. Februar 2017

Film der Woche#278: BATMARATHON, Teil VI

Allrighty then! Willkommen zum sechsten Teil des immerwährenden BATMARATHONs. Um euch die anderen fünf Teile anzugucken linst einfach in die "Marathons"-Sektion auf der Seite. Letztes Jahr sind noch zwei weitere Batman-Filme rausgekommen, die ich aber erst letztens zu Gesicht bekam. Von daher, zeit wirds für ein Review.

Batman: The Killing Joke (2016)

Die Verfilmung des gleichnamigen Comics sorgte für recht harsche Kritik aber auch für einige Daumen die nach oben gingen. Ich wollte unbedingt wissen, wieso zum Fick das der Fall ist.

Da der Comic für eine Verfilmung wohl zu kurz gewesen wäre, hat man die Story um eine Vorgeschichte um Batgirl erweitert. Diese dient als Prolog. Zuerst gehts also um den Mafiosi Paris Franz, dessen Raubüberfall von Barbara "Batgirl" Gordon (Tara Strong) vereitelt wird. Der Schurke wirkt danach aber nahezu besessen von Batgirl, ich rede von sexueller Natur. Batman (Kevin Conroy) findet dass Batgirls Umgang mit dem Gegner zu lasch ist, also zieht er sie vom Fall ab. Als Folge dessen streiten sie sich nur um danach Sex zu haben. Danach hält sich der Film an die Comicvorlage: Joker (Mark Hamill) flieht aus dem Arkham Asylum bzw. seine Flucht wird von Batman aufgedeckt. Er will Comissioner Gordon (Barbaras Vater, ihr n00bs) entführen, bricht in die Wohnung der
Gordons ein und trifft dabei als erstes auf Barbara. Mit einem Schuss in die Hüfte lähmt er Barbara für eine sehr lange Zeit und vergeht sich an ihr. Anschließend bringt er den Commissioner in eine alte, verfallene Kirmes und hält ihn dort als Geisel.

My God. Erst mal das gute: Über die technische und zeichnerische Umsetzung kann ich wirklich nicht meckern, ebenso wenig über den Teil des Films der sich gut an die Comic-Vorlage hält. Besonders gut haben mir die Rückblenden des Jokers auf sein altes Leben gefallen. Wir kriegen hier seine Anfänge als unfrewilliger "Red Hood" zu sehen, als auch den Säureunfall der sein Gesicht für immer veränderte. Top Notch! Was mich stört ist, dass man versucht hat am Anfang so provokativ wie nur geht zu sein. Ja, ich weiß dass Batgirl hier kein Teenager mehr ist, deshalb find ich das wegen ihrem Alter nicht wirklich schockierend. Aber viel mehr wegen der Tatsache dass Batman eine Art Vaterfigur für sie ist. Das fühlt sich an wie eine Rule34-Fantasie die hier jemand unbedingt umsetzen wollte. Um Teufels Willen, warum haben die beiden Sex? oO

6/10 Pfandflaschen
Trailer:


Batman: Return of the Caped Crusaders (2016)

Oh my glob, ich hab sooooo lange auf sowas gewartet.

Die Handlng spielt sich ab zu der Zeit der 1966er "Batman"-TV-Serie. Bruce "Batman" Wayne (Adam West) und sein Mündel Dick "Robin" Grayson (Burt Ward) sehen sich ihre geliebte TV-Sendung "The Gotham Palace" an. Urplötzlich enttarnt sich die in der Sendung auftretende Band urplötzlich als die schlimmsten Schurken die man sich vorstellen kann: der Joker, Catwoman (Julie Newmar), der Riddler und natürlich der Pinguin. Batman und Robin eilen zum Polizeikommisariat um dort von Chief O'Hara und Commissioner Gordon ein von den Schurken hinterlassenes Rätsel vorgelesen zu bekommen. Es stellt sich heraus, dass die Bösewichte aus dem Labor der Firma ACME eine Duplizierungslaserkanone stehlen wollen um damit Unfug anzustellen. Das dynamische Duo folgt der Spur und tappt in eine Falle. In einer verlassenen Fertig-Fraß-Fabrik infiziert Catwoman Batman mit "Batnip" um ihn gefügig zu machen.

Ich sehe das als gelungene Erweiterung der alten Serie bzw. des Films bzw. der ganz alten Zeichentrickserie. All das was damals technisch gesehen nicht möglich war, bzw. zu dem Zeitpunkt gezeichnet wohl ziemlich beschissen aussehen würde, wurde mit heutigen technischen Möglichkeiten umgesetzt. 3D-Aufnahmen, sich um 360 Grad drehende Fahrzeuge, bessere Animation... Ein wahres
Fest für die Augen und Ohren. Dabei bricht man auch das Tabu und lässt Batman "böse" werden. Außerdem ist es nicht nur eine Hommage an die alte Serie sondern in gewissen Momenten auch auf den "finsteren" Batman von später. Amüsant! Sehr amüsant! Und nun zum Strichermobil - in diesem Fall wohl zu Fuß.

PS: Ja, sie fliegen in den Weltraum!!!1
8,5/10 Pfandflaschen
Trailer:

Donnerstag, 16. Februar 2017

Comics Monthly#37

Diesen Monat widmen wir uns einen Verlag der spaltet und zerreißt: DC

Batgirl#7

Diese Story findet nach dem aktuellen, in Deutschland erschienenen Handlungsstrang. Barbara Gordon aka Batgirl ist ziemlich frustriert über den Zustand ihres Viertels. Da wo früher ein Coffeeshop war ist jetzt Tierladen für Yuppies und Hipster. Diese Gentrifizierung aber auch, ey. Sie geht aufs Burnside College und hat den „Library Science“-Kurs weil sie der Meinung ist dass Information für jeden verfügbar sein muss. Zudem lernt sie auf einer Pool-Party Ethan Cobblepot den Sohn von Penguin, kennen, der definitiv genauso mies wie sein Vater sein muss, und verabredet sich mit ihm auf ein Date. Außerdem gibt es eine sehr merkwürdige Penner-App die einen erlaubt unerwünschte Straßengäste zu melden damit „sie“ sich darum kümmern können.

Argh, ich weiß nicht was ich davon halten soll. Einerseits find ichs immer wieder gut, wenn runter geht und sich mit echten Problemen abseits von Darkseid und anderen Superwesen beschäftigt. Andererseits bin ich der Meinung dass Batgirl zu etwas mehr fähig ist. Dann stelle ich mal wieder fest, dass hier wie immer die Comic-Zeit gilt und Batgirl zwar keine High-School-Schülerin aber immerhin „schon“ eine College-Studentin ist. Jesus. Warum muss man Comic-Charaktere immer in den „erwünschten“ Zeitraum setzen und kann sie nicht in Würde altern lassen. Entweder hab ich recht oder ich kack hier völlig umsonst herum. Im Großen und Ganzen hab ich aber wenig zu meckern. Der Style ist fresh, die Story ist nicht schlecht – allerdings wirkt es so als würde DC damit unbedingt irgendeine Quote erfüllen wollen.

Made by: Larson, Wildgoose und Lopes
7/10 Pfandflaschen
2,99$

The Flintstones#8

Als DC angekündigt hat „Scooby Doo“ als auch die Familie Feuerstein zu modernisieren wurde ich erst skeptisch. Es hat aber auch irgendwie mein Interesse geweckt, schließlich muss sowas nicht unbedingt schlecht sein. Ich wusste einfach nicht, wie man Hanna-Barbera-Zeichentrickserien die meistens nach demselben Muster abliefen eine neue Note verpasst.

Es läuft folgendermaßen ab: Wilma und Betty fliegen zu Arsch der Welt um Wilmas Mutter zu besuchen die sie seit Jahren nicht gesehen hat. Es stellt sich heraus, dass Wilma in ihrer Jugend von zu Hause abgehauen ist, nachdem ihr Vater sie gegen eine Ziege eingetauscht hat. Währenddessen erweisen sich Fred und Barney als völlig unfähig was den Haushalt betrifft:

Fred: „And while your mom is gone I sort of figured you're the woman of the house.“
Pebbles: „Ugh, that is so sexist, dad!“
Fred: „I know.“

Außerdem versucht der Bürgermeister von Bedrock, Clod the Destroyer, Geld für die neue Rüstungen für Dinosaurier aufzutreiben – dementsprechend muss das Budget für ein Kinderkrankenhaus leiden. Zudem engagiert er den Schauspieler Stony Danza um in seinen Werbespots für den Kampf gegen Reptilienmenschen zu werben. Irgendwie erinnert mich das an irgendwas….ich weiß nur nicht was…

Lol. WTF. Das war besser als ich gedacht hab. Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, welche unterschwelligen, erwachsenen Botschaften „The Flintstones“ jemals hatten, aber das hier ist eine gar nicht mal schlechte Satire auf das heutige Zeitalter bzw. „Kapitalismus“. Auch wenns mir hier und da zu schwurblerisch erscheint, hat mans doch ziemlich gut getroffen. Dazu kommt noch dass die Charaktere perfekt den Neandertalerzeitalter (wobei welches Zeitalter ist das hier überhaupt? Hier leben Menschen zusammen mit Dinosauriern….ach egal…): Männer sind überdimensionale Hünen und Jäger, Frauen eher zierlich und Sammler. …. Das ist einerseits gut, andererseits aber so ein Mindfuck….. Holy shit.

7,5/10 Pfandflaschen
Made by: Mark Russel und Steve Pugh
3,99$

The Kamandi Challenge#1 (von 12)

Ältere Leser dürften bereits Kamandi, den letzten Jungen auf der Erde kennen. Für die jüngeren (oder auch die älteren): Recherchiert mal die Werke von Jack „King“ Kirby und staunet über die Figuren die dieser Kerl erschaffen hat. Bei Kamandi handelt es sich um einen Jungen der auf einer post-apokalyptischen Erde, regiert von antropomorphen Tieren (Tigern und Affen bspw.) der letzte seiner Art ist. Die menschliche Zivilisation ist nicht mehr; Kampf ums Überleben, ihr wisst schon. Habe seine Abenteuer in der Serie „Batman: The Brave and the Bold“ verfolgt. War deliziös.

Diesmal wird uns gezeigt wie es zustanden kam, dass er sich in dieser Welt wiederfand. Es stellt sich
heraus, dass er schon immer dort gelebt hat, bloß unter einer Kuppel in welcher die „moderne“ (also die heutige) Welt ihm vorgetäuscht wurde. Eines Tages wird dieser von einer Horde von menschlichen Ratten angegriffen. Jedoch ist jeder in seiner Umgebung bereit Kamandi zu beschützen. Wie sein richtiger Name ist, wird uns leider nicht verraten. „Kamandi“ kommt jedoch von „Command D“. Es ist aber noch nicht alles wirklich klar und ich komme hier nicht ganz zurecht :D

Man hat sich hier ordentlich was einfallen lassen. Es handelt sich dabei um zwei Geschichten – von Dad Didio (DC-Boss) und Dan Abnett. Dabei stellt der Vorgänger-Autor dem nächsten eine Falle. Die erste Story hat einen Cliffhanger und der Autor der zweiten Story hat die Aufgabe diesen zu lösen. So wird das ganze immer wieder fortgeführt werden – ergo endet auch die zweite Story mit einem Cliffhanger. Clever gemacht. Die Artists sind dabei Keith Giffen (eher trashig) und Dale Eaglesham (eher edel). Sehr stilvoll in Szene gesetzt – für Freunde von superabgefahrenen Post-Apo-Szenarien (also mich). Gefällt!

8/10 Pfandflaschen
4,99$

Supergirl: Being Super#1

Dieser, etwas dickere Comic erscheint alle zwei Monate und erzählt von naja niemand geringeres als Supergirl. Da ich aber überhaupt nicht up-to-date bin, weiß ich gar nicht um welche es sich hier handelt bzw. welche Origin Story nun jetzt canon ist. But fuck it.

Kara Danvers lebt noch in Midvale und ist vor acht Jahren in einer Weltraumkapsel auf die Erde gekommen. Sie hat eine sehr fürsorgliche Mutter und einen Vater der Verschwörungstheorien nicht abgeneigt. Auf der örtlichen High School hat sie zwei beste Freundinnen: eine Bilderbuch-Lesbe namens Dolly und die kalorienversessene Jen. Der Comic fokussiert sich nicht auf Superbösewichte
sondern auf den Alltag der Titelheldin bzw. um das Dasein als Teenagerin. Kara philosophiert über ihre Herkunft, versucht ihre Träume zu deuten, hat Geburtstag und setzt beim Ausdrücken eines fiesen Pickels das ganze Badezimmer unter Eiter.

Dass Kryptonier ein sehr interessantes Pubertätsobjekt sind wissen wir spätestens sei „Smallville“. Da Mädchen und Jungs eventuell aber verschiedene Pubertäten erleben ist es gar nicht mal uninteressant wie das aus der Sicht von Supergirl geschieht. Ich mag das wenn man den normalen Alltag von Superhelden beleuchtet anstelle sich auf die eigentlichen Heldentaten zu beziehen. Über Joelle Jones Zeichnungen kann ich ebenfalls nicht meckern – bin nach wie vor ein Freund von „realistisch gezeichnet“ (auch wegen den Proportionen, gut getroffen). Jedoch ist es mir, trotz der Größe des Comics zu wenig an Inhalt.

7/10 Pfandflaschen
Made by: Mariko Tamaki und Joelle Jones

4,99$